Mental Load reduzieren: Warum die Putzhilfe nicht reicht
Mein Wecker hat jahrelang eine Stunde früher geklingelt, als er eigentlich gemusst hätte. Ich bin zum Glück sowieso ein Morgenmensch, und diese halbe, manchmal auch ganze Stunde, bevor im Haus irgendjemand wach wurde, gehörte mir ganz allein. Draußen war es noch dunkel, drinnen war alles still, und ich saß mit meiner Tasse in der Küche und habe in Ruhe meinen Kaffee getrunken.
Wenn der Morgen mal nicht geklappt hat, blieb mir immer noch der Parkplatz vor dem Supermarkt. Die Einkäufe waren schon im Kofferraum, und ich bin dann einfach noch zwei oder drei Minuten sitzen geblieben, bevor ich losgefahren bin, weil in diesen Minuten niemand etwas von mir wollte.
Ich kenne kaum eine Mutter, die sich ihre Ruhe nicht irgendwo abknapst. Bei der einen ist es der frühe Morgen, bei der anderen die Fahrt zur Arbeit oder das Badezimmer mit abgeschlossener Tür.
Was dich erschöpft, ist selten das Putzen
Putzen ist Arbeit, die man sehen kann. Du fängst an, du hörst auf, danach ist es sauber. Anstrengend genug, aber es hat einen Anfang und ein Ende.
Was dagegen nie aufhört, ist das Mitdenken im Hintergrund. Dass am Freitag das Sportzeug mit muss, dass das Waschmittel fast leer ist, dass die Große zum Zahnarzt soll und du dafür eine Stunde früher Feierabend machen musst. Dafür gibt es einen Begriff, den du vielleicht schon gehört hast: Mental Load. Gemeint ist die Arbeit, die niemand sieht, weil sie in deinem Kopf stattfindet.
Nimm nur eine einzige Geburtstagseinladung für Samstag. Ein Geschenk besorgen ist die eine Aufgabe, aber danach fängt es ja erst an. Hast du überhaupt noch Geschenkpapier zu Hause, und was geben die anderen Eltern eigentlich aus, damit eures nicht komplett danebenliegt? Wer bringt das Kind hin, wer holt es ab, und hat es dort schon etwas gegessen oder musst du abends nochmal ran? Das ist eine einzige Einladung, und so läuft das den ganzen Tag weiter.
Warum eine Putzhilfe den Mental Load nicht reduziert
Wenn man davon erzählt, kommt fast sicher der Rat, sich doch eine Putzhilfe zu holen. Ich hatte jahrelang eine, und sie hat wirklich gute Arbeit gemacht. Mein Kopf wurde davon trotzdem nicht leerer.
Ich habe nämlich weiterhin daran gedacht, wann sie kommt und ob noch genug Putzmittel da ist. Ich habe vorher aufgeräumt, damit sie überhaupt putzen konnte, und ich habe überlegt, was diesmal dran ist und was liegen bleiben darf. Abgegeben hatte ich die Handgriffe, das Bemerken und Entscheiden lag weiter bei mir.
Genau dasselbe passiert zu Hause bei dem gut gemeinten Satz: „Sag mir doch einfach, was ich machen soll." Wer das sagt, meint es meistens ernst und will wirklich helfen. Nur bleibt alles bei dir, was die eigentliche Arbeit ausmacht, nämlich zu merken, dass etwas ansteht, zu entscheiden, wer es macht, und hinterher nachzusehen, ob es auch passiert ist.
Zwei Dinge, mit denen du deinen Mental Load reduzieren kannst
Hol die Woche aus deinem Kopf an die Wand. Bei uns hängt ein Whiteboard in der Küche, auf dem steht, was diese Woche ansteht, wer wann wo sein muss und was gebraucht wird. Das klingt banal, aber es verändert etwas Grundsätzliches: Solange alles nur in deinem Kopf ist, musst du gefragt werden, und du bist damit die Zentrale, an der niemand vorbeikommt. Sobald es an der Wand hängt, kann jeder selbst nachgucken. Ich habe deshalb irgendwann angefangen, auf Fragen mit einem Blick Richtung Küche zu antworten statt mit der Auskunft.
Übergib Aufgaben ganz, statt sie zu verteilen. Der Unterschied liegt darin, was mit übergeben wird. Wenn dein Kind für das Sportzeug zuständig ist, dann gehört das Daran-Denken zur Aufgabe dazu, sonst hast du nur die Handgriffe abgegeben und erinnerst weiter. Das ist am Anfang unbequem, weil auch mal etwas vergessen wird und du das aushalten musst, ohne einzuspringen. Genau an dieser Stelle entscheidet sich aber, ob eine Aufgabe wirklich weg ist oder zwei Wochen später wieder bei dir liegt.
Warum ich darüber ein Buch geschrieben habe
Aus all dem ist inzwischen ein ganzes Buch geworden. Es heißt „Weniger Haushalt im Kopf", ich sitze seit Monaten daran und bin jetzt fast fertig damit. In den nächsten Wochen erscheint es, zuerst als E-Book, das Taschenbuch kommt dann kurz darauf.
Ehrlich gesagt fühlt sich das für mich immer noch komisch an. Ich habe Bücher schon immer geliebt und konnte stundenlang in einer Buchhandlung stöbern, und meistens bin ich am Ende mit viel zu vielen nach Hause gegangen. Dass da jetzt eines von mir dabei sein wird, muss ich selbst erst noch begreifen.
Darin steht alles, was mir in diesen Jahren tatsächlich geholfen hat: wie unsere Woche endlich aus meinem Kopf an die Wand gewandert ist, wie du mit deiner Familie darüber sprichst, ohne dass es in einem Streit endet, und was ein einzelner Termin dich in Wirklichkeit kostet.
Und falls du jetzt denkst, dass dir gleich wieder jemand erklären will, du müsstest dich nur besser organisieren: Das glaube ich überhaupt nicht. Du bist organisiert genug, sonst würde bei euch zu Hause vieles gar nicht erst laufen. Mir geht es darum, dass von all diesen Dingen weniger in deinem Kopf hängenbleiben muss, es geht ums Mental Load reduzieren.
Wo geht deine Kraft eigentlich hin?
Falls dir dauernd die Kraft fehlt und du gar nicht genau sagen kannst, wofür sie draufgeht, habe ich einen kurzen Test gebaut, der dir zeigt, in welchem Bereich deine Energie hängen bleibt. Er ist kostenlos und dauert ein paar Minuten: Was kostet dich wirklich Kraft?
Wenn du direkt etwas ändern möchtest, findest du den Kern davon schon in meinem Minikurs Weniger Haushalt im Kopf für 17 € (Wert: 150 €), mit zwei Boni und sogar mit Geld-zurück-Garantie.
Und wenn du dich lieber in Ruhe mit mir austauschen möchtest, wie ich dir weiterhelfen könnte, dann buch dir gern ein kostenloses Kennenlerngespräch.




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