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Beziehung zu Geld: Warum ich 35.000 Euro verloren habe

22. Okt.
3 Min. Lesezeit

Ich habe 35.000 Euro verloren, weil ich nicht als „geldgeil“ bezeichnet werden wollte. Das Geld stand mir zu, und ich habe es auch immer wieder eingefordert. Durchgesetzt habe ich mich trotzdem nicht. Mit Rechnen hatte das wenig zu tun, dafür umso mehr mit meiner Beziehung zu Geld, und die hat lange vor dieser Trennung angefangen.


Wir hatten sogar einen Ehevertrag


Als ich mich nach fast zwanzig Jahren von meinem ersten Mann getrennt habe, ging es natürlich auch um unseren gemeinsamen Besitz. Eigentlich wäre es ganz einfach gewesen, wir hatten sogar einen Ehevertrag. Ich hatte damals keine Ahnung, dass mir dabei ein Satz im Weg stehen würde, den ich schon als Kind kannte.


Am Ende ist so eine Trennung eben auch ein Aushandeln. Mein damaliger Mann hat mich moralisch massiv unter Druck gesetzt, weil ich ja die war, die gegangen ist. Ich habe mich erklärt, ich habe gebeten, ich habe ihm nette Briefe geschrieben und die Zahlen vorgerechnet. Ich habe an seine Menschlichkeit appelliert und an seinen Gerechtigkeitssinn. Und jedes Mal kam von ihm: „Du bist ja auch nur geldgeil.“ Oder: „Du willst doch nur die Kohle.“


In meinem Kopf war sofort der alte Satz da: „Das steht dir nicht zu.“ Das Gefühl dahinter kannte ich schon aus Kindertagen. Auf seinem Anteil bestehen, das macht man nicht. Und ich wollte auf keinen Fall die sein, die geldgeil ist. Also bin ich immer wieder eingeknickt, wenn er moralisch wurde. Mit einem Anwalt oder auf anderem Weg habe ich es nicht durchgesetzt. Am Ende waren es 35.000 Euro.


Woher unsere Beziehung zu Geld kommt


Die meisten Sätze über Geld haben wir als Kinder aufgeschnappt. „Geld ist nie genug da.“ „Geld haben immer die anderen.“ „Über Geld spricht man nicht.“ Seitdem tragen wir sie mit uns herum, ohne sie je überprüft zu haben.


Das ist auch untersucht worden. Ein Forschungsteam um den Finanzpsychologen Brad Klontz hat 2011 über 400 Menschen zu ihren Überzeugungen über Geld befragt und vier Muster gefunden. Drei davon hängen messbar mit Einkommen und Vermögen zusammen (hier die Studie).


Deine Beziehung zu Geld entscheidet also mit darüber, ob am Ende des Monats etwas auf deinem Konto liegt. Du kannst jede Tabelle führen und trotzdem einknicken, sobald dir jemand ein schlechtes Gewissen macht. Bei einer Trennung merkt man das besonders, weil die Gefühle da sowieso hochkochen.


Welcher Satz über Geld steckt in dir?


Schreib dir mal auf, was du als Kind über Geld gehört hast. Von deinen Eltern, von den Großeltern, am Küchentisch oder beim Einkaufen. Und dann schau, welchen dieser Sätze du heute noch glaubst, wenn es um dein eigenes Geld geht. Bei mir war es „Das steht dir nicht zu.“


Dazu habe ich einen kostenlosen Test für dich entwickelt. Da kannst du mal schauen, was bei dir zum Thema Geld vielleicht noch im Verborgenen schlummert.



Und heute?


Heute habe ich das überwunden. Ich kenne meinen Wert als Mensch, und ich stehe ganz anders zu meinem Geld. Ich erlaube mir ein Leben in Fülle und umgebe mich mit dem, was mir guttut und was ich mag. Dazu gehören schöne Dinge, und gleichzeitig sorge ich für Rücklagen.


Überwunden heißt für mich aber nicht, dass der Gedanke weg ist. Ich habe allein ein Haus gebaut und jahrelang dafür gespart, und zwischendurch frage ich mich immer noch, ob mir das eigentlich zusteht. Dann ist auch das alte Gefühl kurz wieder da. Nur richte ich mich heute nicht mehr danach. Ich merke es und entscheide mich bewusst anders. Und je öfter ich das tue, desto mehr gestalte ich mein Leben selbst.


In meinem Kurs „Frauen und Finanzen“ schauen wir uns beides an: wie du als Kind mit Geld aufgewachsen bist und wie deine Beziehung zu Geld heute aussieht. Und dann die Zahlen, also was reinkommt, was rausgeht und was auf deinen Namen läuft.



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Liebe Grüße

Uta

 
 
 

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