Du denkst ans funktionieren - dabei zieht dein Leben an dir vorbei
- Uta Suhr

- 25. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 9 Stunden

Während du alles regelst, merkt oft niemand, wie müde du eigentlich bist. Und du bist am funktionieren.
Während du für alle mitdenkst, bleibt das, was du brauchst, wieder mal liegen. Und während du dir sagst: „Ich muss da jetzt einfach durch" — gewöhnst du dich ganz langsam daran, dich selbst zu übergehen. Nicht weil du dich nicht magst. Sondern weil es sich irgendwann so eingeschliffen hat, dass es sich anfühlt wie: Das ist halt so. Das ist mein Alltag.
Ich nenne es dauerhafter Krisenmodus. Und ich sage das ohne Dramatik — einfach weil es das trifft, was da gerade passiert.
Alltag und Krisenmodus fühlen sich verdächtig ähnlich an & funktionieren
Der Unterschied liegt nicht in dem, was du tust. Er liegt darin, wie du dabei mit dir bist. Im echten Alltag bist du noch irgendwie bei dir — du nimmst wahr, was passiert, du weißt, was dir gut täte, auch wenn du es nicht immer bekommst. Im Krisenmodus bist du damit beschäftigt, alles aufrechtzuerhalten. Du reagierst, du sicherst ab, du funktionierst. Und abends fragst du dich, warum du so erschöpft bist, obwohl du doch eigentlich „nur" einen normalen Tag hattest.
Das Erschöpfende ist dabei nicht die Menge an Aufgaben. Es ist, dass du die ganze Zeit ein bisschen gegen dich selbst arbeitest — dass du deine eigenen Bedürfnisse immer wieder überhörst, deine Grenzen immer wieder übersiehst, dich immer wieder klein machst. Bis du irgendwann selbst vergisst, dass du eigentlich auch Platz hättest. Dass es auch um dich geht.
Die Zeichen, die wir so gut gelernt haben zu übersehen
Meistens kündigt sich das nicht durch einen großen Zusammenbruch an. Meistens sind es diese leisen, hartnäckigen Zeichen: Du bist ständig in Bewegung, aber innerlich irgendwie leer — als würdest du laufen, ohne wirklich anzukommen. Du schläfst, aber erholst dich nicht wirklich, weil du schon beim Aufwachen wieder bereit sein musst für den nächsten Einsatz. Du erledigst alles, was anfällt — aber wann hast du das letzte Mal etwas gemacht, worauf du dich vorher wirklich gefreut hast? Und wenn jemand fragt, wie es dir geht, sagst du „gut" — und meinst damit eigentlich: Ich funktioniere noch. Das muss reichen.
Das ist kein Charakter und kein Schicksal. Das ist ein Muster — und Muster haben immer eine Geschichte. Irgendwann hat es Sinn gemacht, so zu sein. Stark zu sein. Wenig zu brauchen. Einfach weiterzumachen. Nur kostet dich dieses Muster heute wahrscheinlich deutlich mehr, als es dir gibt.
Was jetzt wirklich hilft — und was nicht
Bitte nicht: noch mehr leisten, noch besser organisieren, noch effizienter werden. Das ist nicht das Problem. Aber auch das Gegenteil — einfach alles hinschmeißen — ist selten eine Lösung, die wirklich trägt.
Was hilft, ist tatsächlich kleiner als du vielleicht denkst: aufhören, das als unvermeidlich zu akzeptieren. Dich selbst wieder wahrzunehmen — nicht als Projekt, das endlich mal optimiert werden muss, sondern als Mensch, der zählt. Der auch müde sein darf. Der auch Nein sagen darf, ohne es dreimal zu begründen.
Selbstwirksamkeit beginnt nicht erst dann, wenn endlich alles leichter wird. Sie beginnt in dem Moment, in dem du aufhörst, dich selbst als Letzte auf deiner eigenen Liste zu führen.
Wenn du gerade merkst, dass du das alleine schwer findest — das ist kein Versagen, das ist ein Hinweis. Und wenn du neugierig bist, wie das bei dir konkret aussehen könnte, dann schreib mir gerne oder buch dir ein kostenloses Kennenlerngespräch. Ich schaue mit dir gemeinsam, wo du gerade stehst — und was der nächste realistische Schritt sein könnte, der wirklich zu dir und deinem Leben passt.
Liebe Grüße
Uta



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